Eingewöhnung in der Kita in Harburg: dein Begleiter für die ersten sechs Wochen
Eingewöhnung in der Kita in Harburg: dein Begleiter für die ersten sechs Wochen

Eine gute Eingewöhnung braucht vor allem Zeit: Rechne mit vier bis sechs Wochen, in denen dein Kind das Tempo bestimmt. Dieser Zeitstrahl zeigt dir, was in welcher Phase passiert und wie du reagieren kannst, wenn es stockt.
Kurz erklärt: In der Eingewöhnung lernt dein Kind, einer neuen Fachkraft so zu vertrauen, dass es sich von ihr trösten lässt. Du bleibst dabei zunächst an seiner Seite und ziehst dich nach und nach zurück. Ob ihr in Harburg, Heimfeld oder Wilstorf wohnt, ob dein Kind in die Krippe oder in den Elementarbereich kommt: Der Ablauf folgt meist einem festen Modell. Er richtet sich aber immer nach deinem Kind und nicht nach dem Kalender.
Bevor es losgeht: Was solltest du in den Wochen vorher klären?
Die wichtigste Vorbereitung findet nicht in der Kita statt, sondern bei dir zu Hause und bei deinem Arbeitgeber. Blocke dir vier bis sechs Wochen, in denen du flexibel bist. Das kann über Urlaub, Gleitzeit, Homeoffice oder den Abbau von Überstunden gehen. Gerade in den ersten Wochen werden Kinder häufig krank, deshalb lohnt sich zusätzlicher Puffer.
Sprecht als Eltern ab, wer welche Tage übernimmt und wer einspringt, wenn dein Kind plötzlich Fieber bekommt. Sinnvoll ist außerdem eine feste Begleitperson für die ersten Tage, damit dein Kind nicht ständig zwischen verschiedenen Gesichtern wechseln muss.
Packt gemeinsam ein Übergangsobjekt ein, also etwas Vertrautes von zu Hause wie das Lieblingskuscheltier oder ein Schnuffeltuch. Das gibt deinem Kind in der fremden Umgebung Halt. Wenn die Kita viel Zeit draußen verbringt, brauchst auch du wetterfeste Kleidung. Matschhose und Gummistiefel sind dann nicht nur fürs Kind gedacht.
Vor dem ersten Tag steht ein Gespräch mit der Fachkraft, die dein Kind begleiten wird. Erzähl ihr, wie dein Kind einschläft, was es tröstet und welche Rituale euch wichtig sind. So legt ihr den Grundstein für eine echte Erziehungspartnerschaft. Falls die Formalitäten noch offen sind: Wie der Kita-Gutschein beim Bezirksamt Harburg funktioniert, liest du in unserem Beitrag zum Kita-Gutschein in Harburg.
Übe zu Hause schon ein kurzes Abschiedsritual, zum Beispiel ein Winken am Fenster oder einen festen Satz wie „Ich hole dich nach dem Mittagessen ab“. Ein Ritual, das dein Kind kennt, trägt später durch die erste Trennung. Weitere Anregungen findest du in den 7 Tipps für eine sanfte Kita-Eingewöhnung.
Welches Modell steckt hinter dem Ablauf?
Die meisten Kitas arbeiten nach einem der beiden bekannten Modelle oder nach einer Variante davon. Frag beim Kennenlerngespräch ruhig nach, welches bei euch gilt.
| Modell | Worum es geht | Was du davon merkst |
|---|---|---|
| Berliner Modell | Dein Kind baut eine Bindung zu einer festen Bezugsperson auf | Klare Phasen, die Trennungszeiten richten sich nach den Reaktionen deines Kindes |
| Münchener Modell | Dein Kind wird früh in die ganze Gruppe eingebunden | Kontakte zu anderen Kindern stehen von Anfang an stärker im Mittelpunkt |
| Naturnahe Variante | Struktur meist nach Berliner Modell, ergänzt um viel Zeit im Grünen | Erste Begegnungen finden oft draußen statt, wo es ruhiger ist als im Gruppenraum |
Bei den Stadtküken spielt die Natur eine zentrale Rolle. Draußen ist es weniger laut und weniger eng, und Neugier entsteht fast von selbst. Für die geplante Stadtküken Kita Glockenturm in der Neuen Straße 44 sind ein geschützter Innenhof und Außenflächen mit alten Bäumen vorgesehen. Die Kita soll ab Februar 2027 öffnen.
Woche 1: Wie verbringst du die ersten Tage in der Kita?

Tag 1 bis 3: dabei sein, ohne mitzuspielen
In den ersten drei Tagen bleibst du ein bis zwei Stunden mit deinem Kind in der Gruppe. Such dir einen festen Platz am Rand, auf einer Bank, einem Stuhl oder im Innenhof. Von dort aus kann dein Kind losziehen und jederzeit zu dir zurückkommen. Fachlich nennt man das den „sicheren Hafen“.
Das klingt einfach, ist aber für viele Eltern die schwierigste Aufgabe der ganzen Eingewöhnung. Du sollst dein Kind nicht zum Spielen ermuntern und es auch nicht zu anderen Kindern schieben. Den ersten Kontakt sucht die Fachkraft. Nimm dir eine Zeitschrift mit oder schau einfach freundlich zu. Wenn dein Kind die ganze Stunde auf deinem Schoß verbringt, ist das kein Rückschlag, sondern ein Teil des Ankommens.
Tag 4 oder 5: die erste kurze Trennung
Frühestens am vierten oder fünften Tag verlässt du zum ersten Mal den Raum. Diese Trennung dauert nur 10 bis 30 Minuten und fällt nie auf einen Montag, weil das Wochenende viele Kinder wieder näher an die Familie rückt. Verabschiede dich kurz und deutlich, auch wenn es dir schwerfällt. Wenn du dich wegschleichst oder den Abschied lange hinauszögerst, verunsichert das dein Kind eher.
Wie dein Kind auf diesen ersten Abschied reagiert, bestimmt die nächsten Wochen. Lässt es sich von der Fachkraft beruhigen, geht es zügiger voran. Braucht es dich dringend zurück, wird die Trennung abgebrochen und am nächsten Tag behutsamer neu versucht.
Wochen 2 bis 6: Wann wächst die Zeit ohne dich?
Die Stabilisierung
In dieser Phase verlängert sich die Zeit ohne dich Schritt für Schritt. Wie schnell das geht, hängt allein davon ab, wie sicher sich dein Kind bei seiner neuen Bezugsperson fühlt. Feste Zahlen gibt es dafür nicht. Manche Kinder kommen nach wenigen Tagen zurecht, andere brauchen deutlich länger. Ein Wochenende mit viel Trubel oder eine Erkältung kann den Prozess verzögern. Auch das ist normal.
Tränen beim Abschied gehören oft dazu. Ob die Eingewöhnung gelingt, erkennst du nicht daran, ob dein Kind weint. Entscheidend ist, ob es sich danach von der Fachkraft trösten lässt. Frag beim Abholen nach, wie lange das gedauert hat. Diese Rückmeldung sagt dir mehr als jedes Lächeln an der Tür.
Die Schlussphase
Irgendwann bleibst du nicht mehr in der Einrichtung, bist aber jederzeit telefonisch erreichbar. Plane deshalb in dieser Zeit noch keine wichtigen Termine, bei denen du dein Handy ausschalten musst. Die Fachkraft ist nun zur verlässlichen Basis deines Kindes geworden. In der Kita Glockenturm sind feste Gruppen geplant, in der Krippe mit höchstens 15 Kindern. Das soll es den Jüngsten erleichtern, vertraute Gesichter zu finden.
Wenn du noch überlegst, ob für dein Kind eine Kita oder eine Tagespflege besser passt, hilft dir unser Vergleich Kita oder Tagesmutter in Harburg.
Der häufigste Grund für Rückschritte ist Zeitdruck von außen. Wenn du die Eingewöhnung wegen eines beruflichen Termins abkürzen musst, kann das bei deinem Kind viel von dem einreißen, was in den Wochen davor gewachsen ist. Kläre deine Flexibilität deshalb, bevor ihr startet, nicht erst mittendrin.
Was hilft, wenn es hakt?
Nicht jede Eingewöhnung verläuft geradlinig. Diese Situationen kommen häufig vor:
- Dein Kind lässt sich gar nicht beruhigen: Dann wird die Trennung unterbrochen und ihr geht gemeinsam einen Schritt zurück. Oft wird die Phase verlängert, in der du dabei bist. So kann die Beziehung zur Fachkraft ohne Abschiedsdruck weiterwachsen. Das ist kein Scheitern, sondern ein angepasstes Tempo.
- Nach einer Krankheit fühlt sich alles wieder neu an: Nach einigen Tagen zu Hause brauchen viele Kinder wieder mehr Begleitung. Sprich mit der Fachkraft ab, ob ihr ein paar Tage etwas früher in den Ablauf einsteigt.
- Du selbst hältst den Abschied kaum aus: Das Zuschauen und Loslassen belastet viele Eltern stark. Sag das offen. Ein kurzes Gespräch beim Abholen oder ein Anruf zwischendurch kann dich entlasten. Dein Kind spürt, ob du dem neuen Ort vertraust.
- Montags ist es schwieriger als freitags: Nach dem Wochenende brauchen viele Kinder einen Moment länger. Plane montags lieber kürzere Zeiten und kein neues Trennungsexperiment.
Hilfreich ist in allen Fällen, im Gespräch zu bleiben. Ihr wollt beide, dass dein Kind sich wohlfühlt, und die Fachkraft sieht Dinge, die du von der Tür aus nicht mitbekommst.
Fazit: Geduld ist die beste Vorbereitung
Die Eingewöhnung verläuft wie ein Zeitstrahl mit festen Stationen, aber dein Kind bestimmt, wie schnell ihr vorankommt. Wenn du dir genug Zeit freihältst, am Anfang ruhig am Rand bleibst, dich kurz verabschiedest und bei Rückschritten mit der Fachkraft sprichst, schaffst du die besten Voraussetzungen. Für viele Familien in Harburg beginnt mit diesen ersten Wochen eine lange Kita-Zeit. Es lohnt sich, sie in Ruhe anzugehen. Mehr über die geplante Stadtküken Kita Glockenturm und das pädagogische Konzept erfährst du auf unserer Startseite.
FAQ
Wie lange sollte ich für die Eingewöhnung einplanen? Rechne mit vier bis sechs Wochen und plane zusätzlich Puffer für Krankheitstage ein, die am Anfang häufig vorkommen.
Warum findet die erste Trennung nie an einem Montag statt? Nach dem Wochenende ist dein Kind wieder stärker auf die Familie eingestellt. Deshalb ist die erste Trennung frühestens am vierten oder fünften Tag geplant und nie an einem Montag.
Darf ich mit meinem Kind spielen, während ich in der Gruppe sitze? Halte dich lieber zurück. Du bist der Ort, an den dein Kind zurückkommen kann, den Kontakt zum Spielen soll die Fachkraft aufbauen.
Ist es ein schlechtes Zeichen, wenn mein Kind beim Abschied weint? Nein, Weinen ist eine gesunde Reaktion auf die Trennung. Wichtig ist, ob es sich anschließend von seiner Bezugsperson trösten lässt.
Wann kann ich mich in der Kita Glockenturm über einen Platz informieren? Die Kita soll ab Februar 2027 in Harburg öffnen. Bei Fragen hilft dir Sara Jakimovski aus der Kitaplatzberatung unter 0151 112 180 32 oder betreuungsvertrag@stadtkueken.de. Eine Platzanfrage stellst du über https://stadtkueken.de/?popup=anmelden.
Wo finde ich einen Überblick über Kitas im Bezirk? In unserem Beitrag zur Kita in Harburg haben wir zusammengefasst, worauf du bei der Suche achten kannst.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt dir einen allgemeinen Überblick und kann das persönliche Gespräch mit deiner Kita oder einer Fachberatung nicht ersetzen. Jedes Kind und jede Familie bringt eigene Voraussetzungen mit.
👤 Über die Autorin
Arianne Vogt arbeitet in der Redaktion der Stadtküken und schreibt dort über frühkindliche Bildung. Sie bereitet Fachwissen so auf, dass Eltern es im Alltag direkt nutzen können.
Quellen
- infans (Institut für angewandte Sozialisationsforschung / Frühe Kindheit e.V.) – Berliner Eingewöhnungsmodell
- Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP) – Bindungstheorie und Münchener Eingewöhnungsmodell
- Bezirksamt Harburg – Kita-Gutschein





