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Ratgeber

Nachhaltigkeit in der Kita in Harburg: Umweltbildung zum Anfassen, vom Gruppenraum bis nach Hause

Arianne Vogt
||Aktualisiert:

Nachhaltigkeit in der Kita in Harburg: Umweltbildung zum Anfassen, vom Gruppenraum bis nach Hause

Kleine Kinder setzen mit bloßen Händen Gemüsepflanzen in ein Beet und schauen sich die Erde genau an

📋 Zusammenfassung:

Kinder lernen Umweltschutz nicht durch Erklärungen, sondern durch Erde an den Fingern, sortierte Joghurtbecher und das Gefühl, selbst etwas bewirken zu können. Was in der Kita beim Essen, draußen, beim Basteln und im Morgenkreis passiert, kannst du mit wenig Aufwand zu Hause weiterführen.

Kurz erklärt: Hinter dem Begriff Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE, steckt ein pädagogischer Ansatz. Kinder sollen Verantwortung für ihre Umwelt als normalen Teil ihres Tages erleben und nicht als Sonderthema. Für Familien in Harburg und im ganzen Hamburger Süden heißt das ganz praktisch: Nachhaltigkeit zeigt sich in kleinen, wiederkehrenden Handgriffen, die Kinder selbst ausführen dürfen.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Kinder unter sechs Jahren?

Ein Dreijähriger kann mit dem Wort „Klimaschutz" wenig anfangen. Er merkt aber sehr genau, ob das Wasser beim Zähneputzen einfach weiterläuft. Er merkt auch, wann die Kresse auf der Fensterbank zu keimen beginnt oder ob ein kaputtes Spielzeug repariert oder weggeworfen wird. Genau hier setzt Umweltbildung in der Kita an: bei Erfahrungen, die Kinder mit allen Sinnen machen.

Die Stadtküken Kita Glockenturm in Harburg soll ab Februar 2027 nach diesem Prinzip arbeiten. Die Pädagogik der Stadtküken stützt sich auf drei Säulen: Natur, Achtsamkeit und Mitgestaltung. Statt einzelner Projektwochen ist ein Alltag geplant, in dem Nachhaltigkeit einfach dazugehört, vom Gießen bis zum Aufräumen. Allgemeine Infos zur Kita-Landschaft im Bezirk findest du im Überblick zur Kita in Harburg.

Damit du schnell siehst, wie Kita und Familie zusammenspielen können, hier die vier Lebensbereiche dieses Artikels im Überblick:

LebensbereichSo kann es in der Kita aussehenSo greifst du es zu Hause auf
EssenKräuter und Gemüse im Hochbeet ziehen, Reste sortierenGemeinsam etwas auf der Fensterbank aussäen
Draußen seinWaldtage bei jedem Wetter, Sammeln von NaturschätzenEin fester Familien-Ausflug ins Grüne
MaterialUpcycling, Tauschregal, ReparierenTauschen statt neu kaufen, zusammen flicken
MitbestimmungKleine Ämter wie „Energie-Wächter"Kinder Aufgaben im Haushalt selbst wählen lassen

Wie kommt Nachhaltigkeit beim Essen auf den Tisch?

Essen ist der vielleicht direkteste Zugang. Wer einmal selbst Radieschensamen in die Erde gedrückt, wochenlang gegossen und dann ein eigenes Radieschen herausgezogen hat, isst es mit anderen Augen. Ein kleines Hochbeet oder ein paar Töpfe mit Kräutern reichen dafür aus. Gartenprojekte eignen sich besonders für Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Sie schulen nebenbei die Feinmotorik, denn Samenkörner zu greifen ist echte Präzisionsarbeit.

Auch nach dem Essen geht es weiter. Was kommt in welchen Behälter? Die Bananenschale gehört woanders hin als der Joghurtbecher. Mülltrennung klappt schon in der Krippe, wenn die Behälter klar unterscheidbar sind.

Für zu Hause: Säe mit deinem Kind etwas, das schnell wächst, etwa Kresse in einer leeren Eierschale. Lass es danach beim Abräumen entscheiden, wohin die Reste wandern. Wichtig ist nicht, dass alles perfekt sortiert wird. Dein Kind soll merken, dass seine Entscheidung zählt.

Draußen sein: Warum sind Wald und Park so gute Lernorte?

Kinder schützen, was sie kennen und mögen. Deshalb steht das Draußensein im Mittelpunkt jeder naturnahen Pädagogik. Bei festen Waldtagen, auch bei Regen und Matsch, erleben Kinder Jahreszeiten und lernen Tiere, Pflanzen und Geräusche kennen. Ganz nebenbei finden sie dabei Spielmaterial, das keinen Cent kostet: Stöcke, Steine, Kastanien, Moos.

Für die Kita Glockenturm sind ein geschützter Innenhof und Außenflächen mit alten Bäumen vorgesehen. Für Ausflüge ist der Harburger Stadtpark gut erreichbar. Die Natur liegt also nicht irgendwo weit weg, sondern direkt vor der Tür.

Ehrlich gesagt: Draußen-Projekte hängen stark von Wetter und Jahreszeit. Ein Beet ruht im Winter, und manche Wochen sind eher drinnen geprägt. Das ist kein Problem, sondern Teil der Lektion: Die Natur hat ihren eigenen Rhythmus.

💡 Tipp:

Plane einen festen Familien-Waldtag, zum Beispiel einmal im Monat. Gib deinem Kind eine kleine Stofftasche mit und lass es drei „Schätze" sammeln. Zu Hause legt ihr daraus ein Bild auf dem Tisch. Das schult den Blick für Details und braucht nur dich, ein bisschen Zeit und wetterfeste Kleidung.

Material: Was wird aus Joghurtbecher, Eierkarton und Co.?

Kinder lieben es, aus scheinbar wertlosen Dingen etwas Neues zu bauen. Genau das ist Upcycling: Abfall bekommt eine zweite Aufgabe. Ein Eierkarton wird zur Raupe, eine Küchenrolle zum Fernrohr, eine Dose mit ein paar Steinchen zur Rassel. Die Botschaft dahinter verstehen schon kleine Kinder: Nicht alles, was leer ist, ist automatisch Müll.

Kinder ordnen bunte Verpackungen in farbig markierte Sammelkisten ein

Damit das funktioniert, helfen einfache Strukturen. Eine Sammelkiste für Bastelmaterial füllt sich fast von selbst. Farbig markierte Mülleimer machen das Sortieren zum Spiel. Ein Tauschregal für Kleidung oder Spielsachen zeigt, dass Dinge weitergegeben werden können. Und wenn ein Bilderbuch einreißt, wird es geklebt statt ersetzt.

Auch beim Spielzeug lohnt ein Blick auf das Material. Naturmaterialien wie Holz, Steine oder Kastanien ersetzen in vielen Kitas zunehmend Plastik. Passend dazu soll die Kita Glockenturm in einer denkmalgeschützten Backsteinkirche entstehen, ergänzt um ein neues Geschoss in Holzbauweise. So bekommt ein altes Gebäude eine neue Aufgabe, und das ist im Grunde ein Gedanke, der gut zum Thema passt.

Für zu Hause: Richte eine „Schatzkiste" für saubere Verpackungen ein. Wenn das Wetter schlecht ist, wird daraus gebaut. Und bevor ein neues Spielzeug angeschafft wird, frag dich: Gibt es das vielleicht im Freundeskreis zum Tauschen?

Mitbestimmung: Wie dürfen Kinder beim Umweltschutz mitentscheiden?

Nachhaltigkeit wird erst dann zur Haltung, wenn Kinder sie selbst gestalten. Mitgestaltung ist deshalb ein fester Bestandteil der Stadtküken-Pädagogik. In der Praxis können das kleine Ämter sein: Ein Kind ist diese Woche „Energie-Wächter" und prüft, ob beim Rausgehen das Licht aus ist. Ein anderes kümmert sich ums Gießen. Im Morgenkreis entscheidet die Gruppe, welche Pflanze als Nächstes ins Beet kommt.

Solche Aufgaben brauchen Begleitung. Gerade abstraktere Themen wie Stromsparen passen eher zu Vorschulkindern. Krippenkinder sind mit dem Sortieren von Bechern oder dem Gießen einer Pflanze gut beschäftigt und genauso stolz.

⚠️ Achtung:

Vorsicht mit Belehrung und schlechtem Gewissen. Ein „Du verschwendest Wasser!" bewirkt bei Kindern meist das Gegenteil. Wer Umweltschutz als Verbot oder Vorwurf erlebt, verliert die Lust daran. Und gerade die eigene Motivation ist es, die nachhaltiges Verhalten trägt. Lob für das Mitmachen wirkt deutlich stärker als Kritik an Fehlern.

Für zu Hause: Lass dein Kind ein „Familien-Amt" wählen, etwa Lichter-Kontrolle am Abend oder das Gießen der Balkonpflanzen. Kinder halten Aufgaben, die sie selbst ausgesucht haben, erstaunlich zuverlässig durch.

Fazit: Kleine Handgriffe, große Wirkung

Umweltbildung braucht keine teuren Materialien und auch keinen riesigen Garten. Sie lebt von Wiederholung, Vorbildern und echter Beteiligung. Wenn Kita und Familie an denselben Stellen ansetzen, wird Nachhaltigkeit für dein Kind zur Selbstverständlichkeit: beim Essen, draußen, beim Basteln und bei kleinen Entscheidungen. In Harburg plant die Stadtküken Kita Glockenturm ab Februar 2027 einen Alltag, der Natur, Achtsamkeit und Mitgestaltung verbindet. Wenn du wissen möchtest, ob das Konzept zu deiner Familie passt, kannst du über die Startseite der Stadtküken einen Beratungstermin vereinbaren. Mehr Einblicke in den Ansatz bietet auch die Seite zum nachhaltigen Kita-Alltag bei den Stadtküken.

FAQ

Ab welchem Alter kann mein Kind bei Umweltthemen mitmachen? Schon in der Krippe, zum Beispiel beim Sortieren in farbig markierte Behälter. Gartenprojekte und Upcycling passen gut ab etwa drei Jahren, Spiele rund ums Stromsparen eher zu Vorschulkindern.

Brauchen wir einen eigenen Garten, um zu Hause mitzuziehen? Nein. Eine Fensterbank mit ein paar Töpfen, eine Bastelkiste und regelmäßige Ausflüge ins Grüne reichen völlig aus. Tauschen und Reparieren gehen in jeder Wohnung.

Ist das Thema für kleine Kinder nicht zu kompliziert? Nicht, wenn es greifbar wird. Kinder verstehen keine Klimadaten, wohl aber, dass eine Pflanze ohne Wasser welkt oder dass aus einem leeren Karton ein neues Spielzeug werden kann.

Was mache ich, wenn mein Kind keine Lust auf Mülltrennung hat? Mach ein Spiel daraus und nimm den Druck raus. Wer sortiert am schnellsten, welche Farbe gehört wohin? Und mach es selbst konsequent vor, denn Kinder schauen sich Gewohnheiten vor allem bei dir ab.

Wann öffnet die Kita Glockenturm und wie viele Plätze sind geplant? Die Eröffnung ist für Februar 2027 in der Neuen Straße 44 in Hamburg-Harburg geplant. Vorgesehen sind rund 170 Plätze für Kinder von 0 bis 6 Jahren, aufgeteilt auf sechs Krippen- und fünf Elementargruppen. Geplant sind Öffnungszeiten montags bis freitags von 07:00 bis 17:00 Uhr, die S-Bahn Harburg Rathaus ist rund fünf Gehminuten entfernt. Wie der Start für dein Kind sanft gelingt, liest du im Ratgeber zur Eingewöhnung in der Kita.

Wird der Kita-Gutschein angenommen? Ja, die Stadtküken nehmen den Kita-Gutschein an. Wohnst du in Harburg, ist das Bezirksamt Harburg für den Antrag zuständig. Alles zum Ablauf erklärt der Artikel zum Kita-Gutschein in Harburg. Bei Fragen zum Platz hilft Sara Jakimovski aus der Kitaplatzberatung unter 0151 112 180 32 oder betreuungsvertrag@stadtkueken.de.


Hinweis: Dieser Ratgeber gibt dir allgemeine Orientierung zum Thema Umweltbildung in der Kita. Für deine persönliche Situation und Fragen zu deinem Kind ersetzt er kein individuelles Gespräch mit Fachleuten.

👤 Über die Autorin

Arianne Vogt arbeitet in der Redaktion der Stadtküken und bereitet Themen der frühkindlichen Bildung für Eltern verständlich auf. Ihr Schwerpunkt liegt auf naturnaher Pädagogik und darauf, wie Kita und Familienalltag gut ineinandergreifen.

Quellen

  • Nationale Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
  • Deutsche UNESCO-Kommission
  • Bezirksamt Harburg
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